Samstag, 14. Juli 2012
RFS-Delegation in Katyn: "Wollten ein Zeichen setzen"
spiegelschrift, 16:20h
Es sollte ein Zeichen vor der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sein: Eine Woche vor dem Start des Turniers hat eine Delegation des russischen Fußballverbandes (RFS) die frühere NKWD-Hinrichtungsstätte im Wald von Katyn etwa 20 Kilometer westlich von Smolenks im Westen Russlands besucht.
An der Reise nahmen außer Co-Trainer Alexander Borodjuk unter anderem Nationalmannschaftskapitän Andrei Arschawin, Pawel Pogrebnjak und Roman Schirokow teil. Bei Dauerregen legten sie einen Kranz im ehemaligen Todeswald ab, wo die Kommunisten mehrere tausend politische Häftlinge erschossen hatten.
Medienvertreter waren nicht zugelassen. Nationalmannschafts-Manager Wiktor Onopko hatte zuvor angekündigt, der Besuch solle keine "PR-Aktion" werden.
Die Mannschaft wolle mit RFS-Vertretern die Opfer von Katyn in gebührender Stille ohne größere Öffentlichkeit ehren, hatte ein Sprecher Anfang Mai mitgeteilt. "Mit dem Besuch in Katyn wollten wir ein Zeichen setzen, dass ein dunkles Kapitel russischer Geschichte niemals in Vergessenheit geraten und sich nie wiederholen darf", sagte Onopoko.
RFS-Präsident Sergei Fursenko gedachte der Opfer des Massenmords am Freitag mit mahnenden Worten: "Im Umgang mit diesem menschenverachtenden Kapitel unserer Geschichte sollte ein Satz des ehemaligen Präsidenten Boris Jelzin für uns Mahnung und Orientierung sein: Wer die Augen vor der Vergangenheit verschließt, wird blind für die Gegenwart."
Der Präsident des Zentralrats der Polen in Russland hatte sich gewünscht, dass die Nationalmannschaft im Rahmen der EM in Polen und der Ukraine eine Gedenkstätte besucht, die an die Verbrechen des kommunistischen Russlands erinnert.
Im März betonte er in einem Interview, dass der Besuch der Gedenkstätten in Katyn ein wichtiges Zeichen des RFS und des Nationalteams wäre. In der "Rossijskaja Gaseta" hatte er in einem Interview gesagt: "Anjukow, Arschawin, Nababkin, Dsjuba oder Ismailow sind die Idole von heute, sie sind die Vorbilder für so viele junge Menschen. Wenn gerade sie Katyn besuchen und davon berührt sind, könnte das schließlich mehr bewirken als tausend Gedenkreden."
Besten Dank an den Spiegel für den Originaltext, den Sie hier finden: http://www.spiegel.de/politik/ausland/dfb-delegation-gedenkt-der-opfer-in-auschwitz-a-836497.html
An der Reise nahmen außer Co-Trainer Alexander Borodjuk unter anderem Nationalmannschaftskapitän Andrei Arschawin, Pawel Pogrebnjak und Roman Schirokow teil. Bei Dauerregen legten sie einen Kranz im ehemaligen Todeswald ab, wo die Kommunisten mehrere tausend politische Häftlinge erschossen hatten.
Medienvertreter waren nicht zugelassen. Nationalmannschafts-Manager Wiktor Onopko hatte zuvor angekündigt, der Besuch solle keine "PR-Aktion" werden.
Die Mannschaft wolle mit RFS-Vertretern die Opfer von Katyn in gebührender Stille ohne größere Öffentlichkeit ehren, hatte ein Sprecher Anfang Mai mitgeteilt. "Mit dem Besuch in Katyn wollten wir ein Zeichen setzen, dass ein dunkles Kapitel russischer Geschichte niemals in Vergessenheit geraten und sich nie wiederholen darf", sagte Onopoko.
RFS-Präsident Sergei Fursenko gedachte der Opfer des Massenmords am Freitag mit mahnenden Worten: "Im Umgang mit diesem menschenverachtenden Kapitel unserer Geschichte sollte ein Satz des ehemaligen Präsidenten Boris Jelzin für uns Mahnung und Orientierung sein: Wer die Augen vor der Vergangenheit verschließt, wird blind für die Gegenwart."
Der Präsident des Zentralrats der Polen in Russland hatte sich gewünscht, dass die Nationalmannschaft im Rahmen der EM in Polen und der Ukraine eine Gedenkstätte besucht, die an die Verbrechen des kommunistischen Russlands erinnert.
Im März betonte er in einem Interview, dass der Besuch der Gedenkstätten in Katyn ein wichtiges Zeichen des RFS und des Nationalteams wäre. In der "Rossijskaja Gaseta" hatte er in einem Interview gesagt: "Anjukow, Arschawin, Nababkin, Dsjuba oder Ismailow sind die Idole von heute, sie sind die Vorbilder für so viele junge Menschen. Wenn gerade sie Katyn besuchen und davon berührt sind, könnte das schließlich mehr bewirken als tausend Gedenkreden."
Besten Dank an den Spiegel für den Originaltext, den Sie hier finden: http://www.spiegel.de/politik/ausland/dfb-delegation-gedenkt-der-opfer-in-auschwitz-a-836497.html
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